Was ist Verkehrsplanung?

Ein Leitfaden für die Verkehrsplanung

Eine zuverlässige, leistungsfähige und gut vernetzte Verkehrsinfrastruktur ist Voraussetzung für individuelle Mobilität, gesellschaftliche Teilhabe sowie für Wohlstand und Wirtschaftswachstum. Daher muss Verkehrsplanung einen strategischen Ansatz verfolgen, der all diesen Zielen gerecht wird.

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Was ist Verkehrsplanung?

Verkehrsplanung ist der erste Schritt zur Entwicklung der Mobilität einer Region. Sie vereint verschiedene Disziplinen, um auf Basis aktueller und zukünftig erwarteter Verkehrsströme ein möglichst leistungsfähiges Verkehrsnetz zu konzipieren.

Verkehrsplanung bietet integrierte Lösungen, die Politik, Technologie und Flächennutzung aufeinander abgestimmen und zielt darauf ab, langfristiges Wachstum und Zugänglichkeit zu unterstützen.

Eine erfolgreiche Verkehrsplanung analysiert die Bedürfnisse der Bevölkerung, das Reiseverhalten und die demografischen Gegebenheiten, bevor sie Pläne entwickelt. Dazu gehört die Analyse der aktuellen Infrastruktur, die Abschätzung des künftigen Verkehrsbedarfs und die Ausarbeitung von Empfehlungen für Verbesserungen. Der Planungsprozess sollte auch budgetäre Beschränkungen berücksichtigen.

Durch die Analyse von Reisemustern und demografischen Daten ermöglicht die Verkehrsplanung politischen Entscheidungsträger*innen, Ziele für Ihre Region zu definieren. Sie können abschätzen, wie sich der Bedarf künftig entwickeln wird, und auf Basis dessen Raumplanungskonzepte und Investitionen zuschneiden.

Wie läuft die Verkehrsplanung ab?

Verkehrsplanung umfasst alle Maßnahmen, die dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit des Verkehrssystems zu verbessern. Ausgangspunkt ist die Analyse und Bewertung des bestehenden städtischen Verkehrswesens und aktueller Verkehrsströme. Auf dieser Grundlage werden Vorschläge für Pläne und Strategien ausgearbeitet. Diese zielen auf integrierte Lösungen ab, die Nachhaltigkeit, Sicherheit, Barrierefreiheit und Langlebigkeit einbeziehen.

Verkehrsplanung muss in erster Linie auf lokaler Ebene angegangen werden. In manchen Regionen kann es jedoch auch sinnvoll sein, überregionale Maßnahmen zu ergreifen, um spürbare Effekte zur Verbesserung der Situation zu erzielen.

Zur strategischen Verkehrsplanung gehören auch die Sicherheit und Dekarbonisierung von Mobilität, um zum einen durchgängige Dienstleistungen zu ermöglichen und gleichzeitig auf einen CO2-neutralen Zustand hinzuarbeiten. Eine nachhaltige regionale Verkehrsplanung kann die Kohlenstoffemissionen reduzieren und die Auswirkungen des Klimawandels abschwächen.

Was sind die vier Schritte der Verkehrsplanung?

 

Schritt 1: Fahrtenerfassung

Bei der Fahrtenerfassung wird die allgemeine Infrastruktur des derzeitigen Verkehrs in einer bestimmten Region analysiert. Dabei wird die Frequenz der Fahrten in jeder Zone auf Grundlage von Ursprung, Ziel und Zweck kategorisiert. Einzelne Segmente können auf Grundlage der Flächennutzung, Demografie der Einwohner*innen, sozioökonomischer Faktoren und anderer Schlüsselmerkmale weiter analysiert werden.

Schritt 2: Fahrtenverteilung

Die Fahrtenverteilung zielt darauf ab, zu verstehen, wie viele Fahrten zwischen einem Ausgangsgebiet und einem Zielgebiet stattfinden. Dies kann genutzt werden, um die Mobilität innerhalb einer Region besser zu verstehen und die gesamte Verkehrsplanung zu optimieren. Die Berechnung der Fahrtenverteilung umfasst die Untersuchung makroskopischer Beziehungen zwischen Orten. Die Analyse umfasst die relativen Aktivitätsniveaus am Ausgangs- und Zielort, die mit dem Verkehr verbundenen Reisekosten, Staus und Verbesserungen von Nachhaltigkeitsmaßnahmen.

Schritt 3: Verkehrsmittelwahl

Die Verkehrsmittelwahl berücksichtigt bei der Bewertung der Mobilität sowohl die Entstehung als auch die Verteilung von Fahrten. Sie bestimmt das beliebteste Verkehrsmittel für jede Transitstrecke auf Basis der Region. Dies geschieht durch die Berechnung des Anteils der Fahrten, die mit jedem Verkehrsmittel innerhalb jeder Zone unternommen werden. Die Wahl des Verkehrsmittels hängt oft von der Verfügbarkeit, den Kosten und sozialen Präferenzen für das Verkehrsmittel ab.

Schritt 4: Routenwahl

Bei der Routenwahl werden die bevorzugten Reisewege zwischen Ausgangs- und Zielorten innerhalb eines bestimmten Gebiets analysiert. Dabei werden die Reisenden den Straßen zu ihren Zielen zugewiesen. Die Gesamtheit der geschätzten Fahrten auf Grundlage von Ursprung, Ziel und Verkehrsträger werden dann in das Verkehrsnetz geladen, um die Auswirkungen der Routenwahl auf die Verkehrsüberlastung in Abhängigkeit von der Tageszeit zu verstehen. Dies ermöglicht die Planung von Verkehrsverbesserungen auf Basis bestehender Verkehrsnetze. Ziel ist es, die Reisezeit zu minimieren und mehr Zugänglichkeit zu schaffen.

Was macht ein*e Verkehrsplaner*in?

Verkehrsplaner*innen haben die Aufgabe, aktuelle Muster zu analysieren und einen systematischen Ansatz für die Zukunft eines nachhaltigen Verkehrs zu entwickeln.

Sie haben zum Ziel, die Anforderungen und Schwachstellen der derzeitigen Infrastrukturen zu bewältigen. Dazu gehört die Verbesserung der Infrastruktur für alle Nutzer*innen, einschließlich Fußgänger*innen und Radfahrer*innen, unter Berücksichtigung der erwarteten und unerwarteten Umwelt- und Sicherheitsaspekte. Die Hauptaufgabe von Verkehrsplaner*innen besteht darin, die Gesamteffizienz eines bestimmten Gebiets durch eine umfassende regionale Verkehrsplanung zu steigern.

Diese ganzheitliche Sichtweise erfordert ein Verständnis der aktuellen Infrastrukturen sowie des voraussichtlichen Wachstums und der Entwicklung einer Stadt, Gemeinde oder Region. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören:

  • Erarbeitung von Verbesserungsvorschlägen für Verkehrsprobleme und von Lösungen für Probleme wie Verkehrsüberlastung, Fahrzeugemissionen und eingeschränkter Verfügbarkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Implementierung von Maßnahmen zur Dekarbonisierung der Verkehrssysteme im Sinne der Nachhaltigkeit
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit
  • Bewertung der Auswirkungen neuer oder geplanter Bauvorhaben. Dazu gehören Verkehrssysteme, Wohngebäude oder Unternehmensstrukturen
  • Entwicklung effizienter Forschungsmethoden und Erhebungstechniken
  • Modellierung von Verkehrsströmen mit Hilfe mathematischer Techniken
  • Durchführung von simulierten Computeranwendungen, um die Auswirkungen empfohlener Verkehrsverbesserungen zu ermitteln
  • Analysieren und Interpretieren von Daten
  • Erstellung von Berichten und Veröffentlichungen zur Bereitstellung von Daten für politische Entscheidungsträger*innen und Stadtverwaltungen
  • Präsentationen über vorgeschlagene Verkehrsverbesserungen und regionale Pläne
  • Auftreten als Fachexpert*innen bei öffentlichen Anhörungen
  • Sich über aktuelle verkehrs- und planungspolitische Maßnahmen der Regierung auf dem Laufenden halten und informieren

Je nach den regionalen Anforderungen können Verkehrsplaner*innen entweder auf öffentlicher oder privater Ebene tätig sein. Auf beiden Ebenen sind ihre Aufgaben umfangreich und vielfältig.

Welche Tools verwenden Verkehrsplaner*innen?

Verkehrsplaner*innen analysieren Regionen räumlich, um sich ein Bild von aktuellen Herausforderungen zu machen. Im Anschluss erarbeiten sie Aktionspläne zur Verbesserung der Reiseinformationen, der Verfügbarkeit, des öffentlichen Verkehrs und der Gesamtgestaltung der Infrastruktur. Die Pläne werden überprüft, um zu vermeiden, dass Zeit und Geld für ineffiziente Baumaßnahmen verschwendet werden.

Für laufende Analysen und Tests stehen Verkehrsplanern eine Reihe von Tools zur Verfügung, unter anderem:

Verkehrssimulation

Verkehrssimulatoren bilden komplexe Fahrzeuginteraktionen auf mikroskopischer Ebene ab. Sie können die Modellnachfrage, das Angebot und das Verhalten im Detail so variieren, dass Verkehrsplaner*innen die effektivsten Strategien für langfristige Veränderungen bestimmen können. Mit der führenden Verkehrssimulationssoftware PTV Vissim können Planer*innen von detaillierten, realistischen Simulationen mit nahtloser Integration und Flexibilität profitieren. Sie bietet einen detaillierten Überblick über den Verkehrsfluss und seine Auswirkungen.

Verkehrsplanung

Neben einem Verkehrssimulator benötigen Planer*innen ein Tool, das alle Verkehrsinformationen einer Region in einer einfach zu bedienenden Software bereitstellt. PTV Visum ermöglicht einen solchen ganzheitlichen Überblick über die Verkehrssituation, um die Auswirkungen von Bebauungs- und Verkehrsplanung zu prognostizieren und zu messen. Die Software integriert ein vierstufiges Verkehrsnachfragemodell in eine stabile Testumgebung. Verkehrsplaner*innen ermöglichen das Testen mehrerer Was-Wäre-Wenn-Szenarien für verschiedene Verkehrsträger wie private, öffentliche, gemeinsam genutzte und autonome Fahrzeuge.

Bewertungstool für das Verkehrsnachfragemanagement

Dieses Datenerfassungstool wird verwendet, um die Echtzeit-Effektivität des Verkehrsverhaltens, der Nachfrage und der Mängel einer Region zu erfassen. Durch die Erfassung relevanter Daten können nützliche Informationen gewonnen werden, die für die künftige Verbesserung der Infrastrukturen von grundlegender Bedeutung sind.

 

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Kopenhagen nutzt PTV Vissim, um Autoverkehr realistisch zu simulieren und die Stadt fahrradfreundlich zu gestalten

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FAQs zur Verkehrsplanung

Was ist strategische Verkehrsplanung?

Strategische Verkehrsplanung ist eine Methode, mit der untersucht wird, wie der Mobilitätsbedarf in einer Region gedeckt werden kann. Dazu gehören alle Mobilitätsbedürfnisse, vom Fußgängerverkehr bis zum motorisierten Verkehr. Es umfasst auch die Bewegung von Waren und Dienstleistungen, die für eine florierende Wirtschaft erforderlich sind.

Was ist städtische Verkehrsplanung?

Bei der städtischen Verkehrsplanung wird die derzeitige Infrastruktur in Ballungsräumen analysiert und es werden Verbesserungsvorschläge gemacht. Dazu gehört auch die Gestaltung eines leistungsfähigen, abgestimmten Verkehrssystems für optimale Mobilität in Städten.

Was ist Verkehrspolitik?

Verkehrspolitik bezieht sich auf die Art und Weise, wie Regierungsbeamte Änderungen für bestimmte Transitfragen überprüfen und vornehmen. Die Regierungsebene, die diese Verantwortung übernimmt, hängt von der Region, den Herausforderungen und dem Umfang der vorgeschlagenen Verbesserungen ab. Dabei kann es sich um privatwirtschaftliche oder öffentliche Maßnahmen handeln, die darauf abzielen, nachteilige Auswirkungen auf die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden der Einwohner*innen zu verringern.

Was sind Ziele des Verkehrsplanungsprozesses?

Die spezifischen Ziele des Verkehrsplanungsprozesses hängen von den Herausforderungen ab, vor denen eine Region steht. Dazu gehören in der Regel:

  • Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Verkehrs für Unternehmen und Verkehrsanbieter
  • Verbesserung der wirtschaftlichen Effizienz des Verkehrs für die Nutzer*innen
  • Schaffung eines zuverlässigeren Verkehrssystems
  • Langfristig positive, nachhaltige wirtschaftliche Auswirkungen auf die Region zu erzielen

Was ist ein*e Verkehrsplanungsingenieur*in?

Ein*e Verkehrsplanungsingenieur*in hat die Aufgabe, Verkehrsprobleme auf Grundlage der bestehenden Infrastruktur in einer Region zu simulieren. Dies geschieht mithilfe von Computermodellen, Software und Simulationen von Lösungsvorschlägen. Verkehrsplanungsingenieur*innen müssen zunächst die gesammelten Daten analysieren und interpretieren, um verschiedene Systeme für das Verkehrsmanagement zu untersuchen und Verbesserungen vorzuschlagen. Sie sind auch für die Vorhersage der Auswirkungen künftiger Entwicklungen auf den Verkehr zuständig.

Was ist eine Verkehrsanalyse?

Eine Verkehrsanalyse ist eine übergreifende Methode zur Analyse von Problemen im Zusammenhang mit der Verkehrsinfrastruktur. Dazu gehören verschiedene Aspekte wie Reisegewohnheiten, Verkehrsmittelpräferenzen, Verkehrsarten und deren Auswirkungen auf die Region. Sie bietet einen umfassenden Überblick darüber, wie sich der Verkehr auf ein bestimmtes Gebiet auswirkt.

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